Mein FussiFreunde

13.03.2016

Der „unbezwingbare Du Preez“ - AFC baut Serie aus!

Altona-Keeper lässt "Kiesbargler" verzweifeln

Die Spieler des AFC wussten genau, bei wem sie sich zu bedanken haben: Keeper Joshua Du Preez (3. v. r.) entschärfte nicht nur einen Elfmeter. Foto: KBS-Picture.de

Die Partie zwischen Altona 93 und dem FC Süderelbe versprach bereits vor dem Anpfiff einiges an Spannung. Die Hausherren, seit zehn Spielen ungeschlagen, empfingen den Drittplatzierten, der aus den letzten fünf Spielen starke zehn Punkte einfahren konnte. Allerdings musste man sowohl auf Chefcoach Jean-Pierre Richter, der das Wochenende berufsbedingt in Köln verbrachte, wie auch Co-Trainer Markus Walek, der familiär verhindert war, verzichten. U19-Übungsleiter Stefan Arlt sowie Iavor Iordanov (Coach der Zweiten) sprangen in die Bresche...

Der beidseitige Respekt war von Anfang an zu spüren. Anstatt eines offenen Schlagabtausches gab es vor allem ein Abtasten zu sehen. Beide Teams versuchten zwar, vor das gegnerische Tor zu gelangen, scheiterten jedoch meist am letzten Pass. In der 7. Spielminute waren es dann erstmals die Gastgeber, denen sich eine verheißungsvolle Chance bot. Eine Flanke von der rechten Seite landete halbhoch bei Kemo Kranich, der den Ball im Sechzehner erst einmal annahm und schließlich in den Rückraum auf Laurel Aug ablegte. Dieser scheiterte jedoch aus zehn Metern an FCS-Torwart Lohmann. Hätte Kranich bei dieser Situation allen Mut zusammen genommen und den direkten Abschluss gesucht, wäre die Chance deutlich aussichtsreicher geworden.

Nach einer Brisevac-Ecke war es Laurel (2. v. r.), der den Ball mit der Brust über die Linie drückte. Foto: KBS-Picture.de

In der ersten Viertelstunde konnten die Spielweisen beider Mannschaften kaum kontrastreicher sein: Altona versuchte mit langen Bällen, über wenige Stationen, schnell vor das gegnerische Tor zu gelangen. Süderelbe probierte es hingegen mit seinem Kurzpassspiel und ansehnlichen Kombinationen. In der 31. Minute bot sich eine weitere Möglichkeit für die 93er. Erneut war es Kranich, der sich stark gegen drei Gegenspieler durchsetzte, doch im Strafraum etwas überhastet in den Rückraum passte, wo keiner seiner Mitspieler stand. Auch in dieser Situation hätte der 24-Jährige etwas eigensinniger agieren dürfen, wenn nicht gar müssen.

Wenige Minuten später machte es Laurel Aug besser – wenn auch mit einer großen Portion Glück. Altona schlug eine Ecke von der linken Seite, in der Mitte springen Mann und Maus am Leder vorbei, wodurch Aug lediglich den Fuß hinhalten musste und sich anschließend feiern lassen durfte – 1:0 (35.)! Mit der knappen Führung gingen beide Teams in die Kabinen und bereiteten sich auf den zweiten Durchgang vor. Die Fans dagegen strömten von den Tribünen zum Bierwagen, um sich mit einem Pils die Stimmbänder für weitere Gesänge zu ölen oder sich durch einen heißen Kaffee, bei gefühlten Minustemperaturen, wieder zum Leben zu erwecken.

Laurel Aug (2. v. r.) wird von Mustafa Hadid (l.), Ricardo Balzis (2. v. l.) und Philipp Körner (r.) geherzt. Foto: KBS-Picture.de

In der zweiten Halbzeit mussten sich viele Zuschauer die Augen reiben. Die Neugrabener kam wie ausgewechselt aus den Katakomben und rannten unermüdlich auf das AFC-Tor an! „Wir haben immer große Probleme mit der Umstellung von Kunstrasen auf normalen Rasen“, stellte Stefan Arlt, der FCS-Trainer Richter an diesem Tag vertrat, klar. Mit drei Chancen innerhalb von vier Minuten zeigten die Gäste, dass sie sich an den Rasen gewöhnt hatten und direkt nach Wiederanpfiff dafür hätten belohnen können! Angefangen mit einem sehenswerten Fallrückzieher von Felix Schuhmann, der wegen gefährlichem Spiel zurückgepfiffen wurde, aber auch links am Tor vorbei zischte (47.), folgte ein Foulelfmeter, nachdem Klaas Kohpeiß im Strafraum niedergestreckt wurde. Tolga Tüter legte sich die Kugel auf den Punkt, scheiterte jedoch am überragenden AFC-Keeper Du Preez (52.)! Gut, dass Du Preez mit Algan einen selbsternannten „Fußballwahnsinnigen“ an der Seitenlinie stehen hat, der ihm vor dem Spiel wertvolle Tipps mit auf dem Weg gab. „Es ist wichtig, dass man aktiv gegen den Schützen arbeitet und ihn so irritiert“, erklärte Algan das Herumzappeln seines Schlussmannes der das „überragend gemacht hat“. Auch den Abpraller, der per Kopf zurück aufs Tor gebracht wurde, parierte Du Preez stark.

Die Mannschaft des AFC feiert den Sieg mit den Fans. Foto: KBS-Picture.de

Von den Chancen ermutigt, kannte Süderelbe nur noch den Weg nach vorne. „Wir haben uns gesagt, wir überlassen Süderelbe das Feld“, begründete Algan die Passivität in der Offensive. Kurz vor Schluss zeigte sich dann auch, dass Altonas Kranich definitiv nicht den besten Tag erwischt hatte. Der ansonsten viel in Bewegung gewesene Angreifer scheiterte zuerst im Eins-gegen-Eins an Lohmann (82.), um anschließend nach Doppelpass mit Chris Pfeifer erneut nicht am Torwart vorbei zu kommen (88.) und sich bei seiner Auswechselung in der 89. Minute noch die Gelbe Karte abzuholen. Mit gesenktem Kopf trottete der Altona-Akteur in Richtung Ersatzbank, allerdings geschah dies dem Unparteiischen nicht schnell genug, sodass er zwei Meter vor dem Seitenaus noch den gelben Karton zückte. Die letzte Chance, um wenigstens noch einen Punkt von der Adolf-Jäger-Kampfbahn zu entführen, hatten die Gäste nach einem schnellen Konter. Kohpeiß kam aus acht Metern zum Abschluss, doch - wie soll es anders sein - war es du Preez, der die Möglichkeit abermals zunichte machte. Schlussendlich hat der Richter-Elf eine gute zweite Halbzeit nicht gereicht. Die Chancen waren „weder Fisch noch Fleisch“ und am Ende „müssen wir gerupft nach Hause fahren“, stellte Arlt fest.

Auf der anderen Seite war man dagegen erleichtert und froh, dass man die harte Aufgabe erfolgreich bestanden hat. „Es war ein sehr intensives und anstrengendes Spiel, vor allem bei den Platzbedingungen. Weil die Bereitschaft da war und wir die Kilometer abgerissen haben, haben wir die drei Punkte verdient“, so Algan.

Durch den Sieg bleibt die sehenswerte Ungeschlagen-Serie von nun elf Spielen bestehen. Bei einem Blick auf die Tabelle ist angesichts von drei Spielen weniger sogar noch der vierte Tabellenplatz mehr als realistisch - und das nach dem katastrophalen Saisonstart...

Autor: Daniel Meyer

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