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13.12.2015

„Das war ein geiles Spiel“ – Benfica knackt den „Alsterbrüder-Safe“!

Amorim mit dem goldenen Tor in der 92. Minute

Auf ein Neues, heißt es bei Stephan Wulf und seinem FC Alsterbrüder. Die unglaubliche Ungeschlagen- und Gegentorlos-Serie hat ein Ende gefunden. Foto: noveski.com

Es ist geschehen: Der FC Alstebrüder ist nicht mehr die einzige Mannschaft in Europa, die in der laufenden Saison kein einziges Gegentor hinnehmen musste. Am Sonntagnachmittag bezwang Sport Hamburg Benfica, als erstes Team überhaupt, den unangefochtenen Spitzenreiter der Kreisliga 2 mit 1:0. Stürmer Octavio Manuel Amorim bewies in der Nachspielzeit Köpfchen und erzielte den viel umjubelten Siegtreffer. Die Stimmung bei FCA-Trainer Michael Weiß war dementsprechend: „Verlieren ist nicht so meins. Aber, dass man verliert, kann mal passieren. Die erste Halbzeit gefiel mir bloß nicht.“ Währenddessen freute sich Benficas Sportdirektor und Mit-Coach Joao Oliveira über den Sieg: „Das war ein geiles Spiel. Die Stimmung ist momentan super!“

„Die erste Hälfte haben wir ziemlich verschlafen“, ärgerte sich Weiß nach dem Abpfiff. Der 33-Jährige sah keine Griffigkeit, seitens seiner Mannschaft und bemängelte, dass einige Spieler „10-15% weniger“ gegeben haben als sonst. Die Gäste hingegen standen hinten gut, wirkten geordnet. Sie kamen sogar zu drei aussichtsreichen Möglichkeiten. „Da hätte es klingeln müssen“, meinte Oliveira. In der 20. Spielminute lief Victor Goncalves Mendes alleine auf „Null-Gegentore“-Keeper Moritz Kühn zu, brachte es aber fertig, diesen anzuschießen. Der abgewehrte Ball landete beim nachgerückten Ekber Atik, der die Kugel allerdings nicht voll traf und verzog. Vom FCA kam sonderlich wenig. Neben der spielerischen Leichtigkeit, fehlte es den Tabellenführern auch an Kommunikation und Laufbereitschaft. Es resultierten große Abstände, die den Oliveira-Jungs in die Karten spielte. Ein Tor wollte dennoch nicht fallen, obwohl noch ein, zwei gute Chancen kreiert werden konnten.

Alsterbrüder druckvoller – Amorim köpft in der „Overtime“ ein

In der Kabine schien Michael Weiß klare Worte gefunden zu haben. Mit einer taktischen Auswechslung und Umstellung aus der Pause kommend, agierten die Alsterbrüder in den zweiten 45 Minuten druckvoller. Das Spiel nach vorne wurde zwingender und zielstrebiger angegangen. Um die 60. Minute herum hatte die Heimmannschaft ihre absolute Drangphase: Erst zog Marvin Kück aus der Distanz ab – sein Versuch in den rechten Torwinkel wurde im letzten Augenblick vom Benfica-Fänger herausgekratzt. Danach versuchte sich Daniele Scharrnbeck – traf zum Entsetzen aller Alsterbrüder nur die Latte. Der FCA war mittlerweile das bessere Team. Es fehlte die letzte Konsequenz. Die Quittung kassierte die Weiß-Elf in der 92. Spielminute, als Victor Goncalves Mendes von außen frei zum Flanken kam und im Zentrum mustergültig Octavio Manuel Amorim bediente, der den heranfliegenden Ball mit seinem Schädel zum 1:0-Endstand einnickte. Damit schenkte Amorim dem Gegner das erste Gegentor dieser Saison ein und besiegelte zudem deren erste Niederlage. Einen Platzverweis gab es auch noch: Der eingewechselte Stephan Wulf sah zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit die Rote Karte. Wulf soll den Linienrichter beleidigt haben, nachdem dieser Wulfs Laufweg außerhalb des Spielfeldes gekreuzt hatte und somit eine gute Flankengelegenheit zunichtemachte. Weiß nahm in dieser Situation seinen Spieler in Schutz: „Stephan hat es aus den Emotionen heraus gesagt. Natürlich wünscht man sich, dass er sich da im Griff hat, aber ich werfe ihm nichts vor.“

Zur Partie fand der ehemalige Oberliga-Kicker folgende Worte: „Die erste Hälfte passte mir überhaupt nicht. Die zweite war deutlich besser. Es fehlte letzten Endes der Treffer. Am Dienstag geht es im Training schon weiter, um uns auf das nächste Spiel vorzubereiten.“
Joao Oliveira hätte nicht stolzer auf seine Truppe sein können, zeigte sich jedoch vom Gegner etwas enttäuscht: „Ich habe mehr von Alsterbrüder erwartet. Wir hätten bereits in der ersten Halbzeit 2:0 führen müssen – nutzen unsere Chancen aber nicht. Der FCA hatte keine einzige echte Möglichkeit. Im zweiten Durchgang waren sie dann besser. Ein Unentschieden wäre vermutlich gerecht gewesen, aber wir sind froh, dass wir am Ende gewonnen haben.“
An der tabellarischen Situation ändert sich trotz dieses Ergebnisses nichts. Die Alsterbrüder bleiben weiterhin, mit acht Punkten Vorsprung, Ligaprimus – Benfica findet sich im oberen Mittelfeld wieder.

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