Mein FussiFreunde

19.03.2016

(G)rasniqi pflügt den Gegner um!

Klub Kosova siegt sich auf Rang zwei

Agonis Krasniqi (l.) sorgte mit seinem Doppelpack für die Führung und den Endstand. Foto: noveski.com

Der Klub Kosova hat noch alle Möglichkeiten, um im Rennen um den Aufstieg mitzumischen! Mit einer über weite Strecken dominierenden Spielweise schlug das Team aus Wilhelmsburg am Freitagabend den Bramfelder SV mit 3:1 und kletterte, zumindest bis Sonntag, auf den zweiten Tabellenplatz in der Landesliga Hansa. Einen großen Anteil am Sieg hatte Agonis Krasniqi mit seinem dritten Doppelpack in den letzten vier Spielen. Allerdings hatte der Flügelflitzer laut Trainer Ingo Brussolo „eine scheiß Trainingswoche“, aber „wenn er dann am Wochenende zwei Buden knipst, hat er vieles richtig gemacht“.

Schon in den ersten Minuten zeichnete sich ab, dass Kosova die bessere Mannschaft auf dem Kunstrasenplatz an der Dratelnstraße sein würde und brachte den Gegner immer wieder in Bedrängnis. Die Abwehr der Beyer-Elf stand gut und brachte im Spiel nach vorne ein ums andere Mal die offensiven Mitspieler in Szene. Noch in der Anfangsphase hätte es im Tor der Bramfelder klingeln müssen, als Patrick Smereka eine weite Flanke aus dem Mittelfeld an der rechten Strafraumgrenze annahm, sich mit dem Ball in Richtung Strafraum frei lief und nach links auf den vier Meter vor dem Tor postierten Visar Galica quer legte. Der bullige Angreifer spitzelte mit einer Direktabnahme den Ball über Keeper Patrick Möller hinweg, aber auch über die Latte (7.)! Fünf Minuten später kam es zu einem großen Aufreger, als Agonis Krasniqi alleine auf Möller zulief und der Torwart mit beiden Beinen voran in den Stürmer sprang. Krasniqi kam durch diese Aktion fünf Meter vor dem Kasten zu Fall, aber Schriedsrichter Jan-Erik Sternke (SC Eilbek) sah kein Foul und entschied sich gegen einen Strafstoß!

Doppelschlag kurz vor der Pause

Patrick Smereka riss das Spiel häufig an sich und glänzte nicht nur durch die Vorlage zum 1:0. Foto: noveski.com

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte sorgte immer wieder die Mannschaft des Klub Kosova mit gefährlichen Vorstößen im gegnerischen Strafraum für Furore. Einmal schafften es die Bramfelder in Person von Marcel Perz zu einem erwähnenswerten Torschuss zu kommen, doch die Kugel wurde abgeblockt und flog am langen Eck vorbei ins Toraus (26.). Auf Seiten der „Klubberer“ war es dreimal Smereka (22., 35., 37.), der die Führung verpasste, bis es dann doch schließlich noch vor dem Pausenpfiff im Kasten der Bramfelder einschlug. Das erwartete Führungstor der Hausherren leitete der stark aufspielende Mittelfeldakteur Smereka ein, indem er einen Zweikampf im Mittelfeld für sich entschied, einige seiner Gegenspieler im Sprint mit dem Ball am Fuß stehen ließ und einen Zuckerpass in den Lauf von Krasniqi brachte, der dann gekonnt von links aus zehn Metern zum 1:0 ins rechte lange Eck verwandelte (41.)! Das sollte es aber noch nicht gewesen sein, denn die Schützlinge von Trainer Thorsten Beyer und Ingo Brussolo schlugen abermals zu und Amir Ukshini vollstreckte nach einem Pass von Steven Wehlow aus kurzer Distanz zum 2:0 (43.)!

Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause, in der das Kosova-Trainerduo die eigene Mannschaft absichtlich nicht mit in die Kabine begleitete, da eine Art erzieherische Maßnahme aufgrund von Respektlosigkeiten im ersten Durchgang notwendig war. Brussolo erklärte: „Ich bin der Meinung, dass das immer so ein geben und nehmen ist. Normalerweise ist bei uns immer alles gut, aber heute waren es einfach ein, zwei Sachen zu viel und die Spieler haben sich dann auch Ende der Halbzeit bei uns entschuldigt.“

„Ich schätze ein Chancenverhältnis von 7:1 für uns"

Malte Findeisen (r.) gelang zwar noch der Anschluss, aber zur Wende hat es dann nicht mehr gereicht. Foto: noveski.com

Genau das machten die Akteure tatsächlich und zeigten ihrem Gespann auch in der zweiten Hälfte, dass auf sie Verlass ist! Aber es gab ja auch noch einen Gegner, der sich nun steigerte und den Wilhelmsburgern auf einmal das Spiel schwer machte. In der 57. Minute schlug Carsten Henning aus der eigenen Hälfte eine hohe und weite Flanke kurz vor den Strafraum, die dann Malte Findeisen annahm und mit der Pille in Richtung Keeper Sebastian Menzel lief, während die Abwehrspieler des Heimteams fast schon stehen blieben und eine Abseitsentscheidung vom Schiedsrichter-Gespann erwarteten. Diese Fehlinterpretation nutzte Findeisen aus, eilte alleine auf den Torwart zu, umkurvte ihn und schob aus fünf Metern zum 1:2 ein! Die Mannen des BSV witterten ihre Gelegenheit, doch noch etwas Zählbares aus dem Spiel mitzunehmen und machten die Partie fortan spannender, indem sie sich mehr Ballbesitz erkämpften. Das merkten die Spieler des Klub Kosova und legten ebenfalls noch eine Schippe drauf, sodass zwölf Minuten vor Schluss der erlösende Treffer zum 3:1 fiel, als der eingewechselte Vulnet Sinani den Ball im Mittelfeld behauptete, Auge bewies und gefühlvoll die Kugel über die Abwehr hob. Krasniqi schaltete am schnellsten, rannte durch die Defensive hindurch, holte den Ball zentral 14 Meter vor dem Tor runter und traf das zweite Mal am Abend, frei vor Torwart Möller, ins linke untere Eck zum späteren Endstand!

Nach dem Spiel war Bramfelds Trainer Florian Neumann der Auffassung, „dass nicht das bessere, sondern das effizientere Team gewonnen hat“, was Heimcoach Brussolo so nicht bestätigen wollte: „Also ich finde, fußballerisch waren wir trotzdem besser. Gerade wegen unserer herausgespielten Chancen in der ersten Halbzeit. Da habe ich Bramfeld nur einmal vor unserem Tor gesehen. Und insgesamt schätze ich mal, dass es ein Chancenverhältnis von 7:1 für uns war. Deswegen nehme ich die Aussage mal so hin und lasse sie weiter unkommentiert. Ich denke, drei Tore gegen so eine Mannschaft wie Bramfeld zu schießen, ist auch immer so ein bisschen was Besonderes. Die stehen nicht zu unrecht da oben.“ Jetzt gilt es abzuwarten, was die Konkurrenten im Kampf um die Tabellenspitze noch an diesem Wochenende leisten werden...

Alle Highlights nochmal zusammengefasst im LIVE-Ticker.

Autor: Mathias Merk

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