Mein FussiFreunde

26.03.2016

Kommt es in Niendorf am Dienstag zum Knall?

Utz raus – Farhadi will Gespräch suchen

Gesenkte Köpfe und Frust pur beim Niendorfer TSV nach der Klatsche beim Meiendorfer SV. Foto: KBS-Picture.de

Nach einer absolut desaströsen ersten Halbzeit – verbunden mit der 1:4-Schlappe beim Meiendorfer SV – hängt beim Niendorfer TSV der Haussegen endgültig schief. Trainer Ali Farhadi richtete nach der Partie im Mannschaftskreis einige Worte an seiner Spieler, die sich verdammt nach einem vorzeitigen Abschied anhörten. Sportchef Carsten Wittiber sprach dem Trainer hingegen – trotz der sechsten Pleite am Stück – das Vertrauen aus.

Sichtlich geknickt: Ali Farhadi will das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen. Am Dienstag könnte eine reichweitende Entscheidung getroffen werden. Foto: KBS-Picture.de

„Die Niederlage ist absolut hochverdient! Bei uns fehlt momentan hinten und vorne die Qualität für diese Liga. Wir leisten uns zu viele individuelle Fehler, die gnadenlos bestraft werden. Einige meiner Jungs sind mit ihren Gedanken ganz woanders – und wenn zwischen Absender und Empfänger etwas gestört ist, dann wir es halt schwer. Da passieren Dinge, die sind einfach nur unglaublich. Ich muss das die Tage jetzt erstmal durchlaufen lassen und auch mich selbst hinterfragen“, erklärte Farhadi anschließend, und will nun in den nächsten Tagen Gespräche mit den Offiziellen suchen, um der Mannschaft am Dienstag eine finale Entscheidung mitzuteilen. „Ich werde definitiv nicht aufgeben! Denn wenn jemand Abstiegskampf kennt, dann ich. An der Seite von 'Hülle' habe ich das jahrelang bei Paloma erlebt. Aber wir müssen die aktuelle Situation einfach analysieren. Wir haben zwar viele junge Spieler dabei, aber das interessiert mich nicht. Mit den Köpfen sind sie alle schon Profis, aber um das klipp und klar zu sagen: wenn du in der Oberliga spielst, wirst du garantiert kein Profi!“

Ebenezer Utz (r.) zählt ab sofort nicht mehr zum Kader des NTSV. Foto: KBS-Picture.de

Vor allem seine Spieler nimmt Farhadi in die Pflicht: „Man darf nicht vergessen, dass wir alle einem Hobby nachgehen – und Oberliga-Fußball ist ein Hobby. Wenn der eine oder andere Spieler eben nicht will, dann müssen wir uns trennen – oder aber er muss sich ein neues Hobby suchen!“ In einem Fall wurden bereits Konsequenzen gezogen: Ebenezer Utz gehört nicht mehr zum Kader der „Sachsenwegler“! „Die Summe seiner Fehltritte ist einfach zu lang.“ Eine weitere Erkenntnis der 90 Minuten an der Meiendorfer Straße: Wenn sich nur ein Spieler gegen eine drohende Niederlage stemmt, muss sich der eine oder andere Akteur tatsächlich mal hinterfragen. „Ich hatte heute das Gefühl, dass der Meiendorfer SV gegen Serhat Yapici gespielt hat – und nicht gegen den Niendorfer TSV!“ Angesprochener Yapici war bei weitem der einzige Niendorfer auf dem Platz, der sich nach Leibeskräften wehrte, was umso erstaunlicher ist, da Farhadi verrät: „Serhat hat heute mit einem Muskelfaserriss gespielt! Er wollte unbedingt, hat die Jungs auch in der Pause nochmal heiß gemacht.“

Machte mit den Niendorfern was er wollte: Robert Subasic (r.). Foto: KBS-Picture.de

Statt einen Gegner im Abstiegskampf noch tiefer in den Schlamassel zu ziehen und sich selbst Luft zu verschaffen, ist der NTSV nun wohl endgültig im Kampf um den Oberliga-Erhalt angekommen. „Du hast die Möglichkeit, einen Gegner weiter runter zu drücken, jetzt haben wir ihm die Tür geöffnet und fallen selbst gerade rein. Wir befinden uns im freien Fall!“ Es ehrt Farhadi, dass er sich nicht nur stets stellt, sondern auch die akuten Personalsorgen nicht ausschweifend als Grund für die aktuelle Krise hernimmt. Dabei wäre dies ohne Zweifel möglich: Denn mit dem ausgebooteten Utz – in den letzten Jahren fester Leistungsträger und Torgarant –, Adam Benn, Özden Kocadal, Fynn Huneke, Eike Thiemann und Simon Windhoff fehlten zahlreiche Stammkräfte. Fast schon beispielhaft für die aktuelle Situation: In der 71. Spielminute wurde Furkan Aydin eingewechselt. Das Problem: Der Offensivakteur lief mit der falschen Trikotnummer auf den Platz, weshalb es kurz darauf zwischen Schiedsrichter Meyer-Lindenberg, seinem Assistenten und den Niendorfer Verantwortlichen erst einmal einen kleinen Austausch gab. Am kommenden Mittwoch wartet auf den NTSV mit dem SV Lurup ein echter Aufbaugegner, doch Farhadi sagt deutlichst: „Bei aller Liebe, aber die gehören nicht in diese Liga – das darf kein Gradmesser sein!“ Ob er dann selbst noch auf der Bank sitzen wird, oder ob am Sachsenweg andere Konsequenzen gezogen werden, dürfte spätestens am Tag des Spiels bekannt sein…

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