Mein FussiFreunde

19.01.2016

„Kreuze reloaded“ – Teutonia 05 „ist durch die Hölle gegangen!“

Hammonia-Ligist hat „endlich wieder ein zu Hause“

Am vergangenen Sonntag platzte die Kreuzkirche zur Neueröffnung aus allen Nähten. Foto: privat

„Für den ganzen Verein und all seine 35 Mannschaften ist das natürlich ein absoluter Glücksgriff!“ Nach knapp dreieinhalb monatiger Bauzeit feierte die „Kreuzkirche“ am vergangenen Sonntag ihre Wiedergeburt. Vor phänomenaler Kulisse von rund 700 Zuschauern wurde das neue und in Grün erstrahlende Kunstgeläuf mit einem 2:2 im Derby gegen Altona 93 eingeweiht. Coach Liborio Mazzagatti nutzte dieses Ereignis, um einerseits auf die hohe Bedeutung der neuen Anlage aufmerksam zu machen, aber auch, um Kritiker zum Verstummen zu bringen.

„Wir haben es endlich geschafft“, fiel auch Mazzagatti ein großer Stein vom Herzen – denn endlich ist Teutonia 05 wieder zu Hause angekommen. „Wir sind in den letzten sechs Monaten durch die Hölle gegangen!“, findet der 41-Jährige deutliche Worte und fügt an: „Es gab diverse unqualifizierte Kommentare – auch von Trainerkollegen –, die überhaupt nicht wissen, was Sache ist. Wir haben in den letzten Monaten überall trainiert, nur nie zu Hause. Es gab viele Nebenkriegsschauplätze, die uns nicht gut getan haben – aber jetzt wissen wir, wofür das Ganze gut war.“ Einige Beobachter haben die Teutonen in der Hammonia-Staffel als Enttäuschung der Hinrunde abgetan. Ein Umstand, mit dem Mazzagatti sich so gar nicht anfreunden kann. „Es wurde immer behauptet: Wir schwimmen im Geld. Aber das stimmt einfach nicht. Wir sein kein Poppenbüttel! Es gibt Sponsoren, aber die sind bei weitem nicht nur für die Liga-Mannschaft zuständig, sondern investieren in den Gesamtverein. Es sind viele Kleinigkeiten, die über Moral und Standfestigkeit einer Mannschaft entscheiden. Wir waren nicht konstant genug, aber dafür gibt es Gründe. Wir wissen, es war nicht alles Gold was glänzt – aber für uns ist das quasi ein Neustart.“

„Sollten auch mit einem Auge nach unten schielen“

Um „wettbewerbsfähig“ zu bleiben, so der Italiener, sei die Renovierung der Anlagen von Nöten gewesen. „Jetzt sind wir es.“ Ein großer Moment für den gesamten Verein. „Für die Zuschauer, Spieler, alle Trainer und 600 Mitglieder war der Sonntag natürlich ein ganz besonderer Tag. Teutonia 05 war immer als Arbeiterverein bekannt. Am Sonntag waren Resonanz und Stimmung absolut top. Da gilt auch ein Riesendank an Altona 93, deren fantastische Fans sowie an unseren Vorstand und den Förderverein Altona-Ottensen e. V., die unglaubliches für den gesamten Verein geleistet haben! Die Eltern unserer Jugendspieler freuen sich, dass ihre Kinder nicht mehr komplett verschmutzt vom Grand nach Hause kommen – und unsere Jungs können endlich auch mal nach dem Training oder nach den Spielen länger zusammensitzen.“ Die Zielsetzung an der „Kreuze“ habe sich nicht verändert, wie Mazzagatti erklärt. „Wir wollen weiter den fünften Platz anpeilen – und ich denke, das Potenzial haben wir auch. Allerdings ist das Polster nach unten auch nicht groß, deshalb müssen wir mit einem Auge auch immer darauf schielen.“

„Ich liebe es, mit schwierigen Charakteren zusammenzuarbeiten“

Zehn neue Leute verpflichtete 05 vor der Saison – eine Platzierung unter den ersten Fünf sollte am Ende der Saison dabei herumspringen. „Man muss bedenken, dass nur drei der Neuzugänge sehr regelmäßig gespielt haben – was vor allem daran lag, dass uns einige Spieler aufgrund von Verletzungen nicht zur Verfügung standen. Natürlich ist ein Pascal Pietsch gekommen, aber der hat zuvor auch nur Bezirksliga gespielt und musste sich erst an die neue Liga, das neue Umfeld gewöhnen. Außerdem ist es auch normal, dass nicht alle zehn Spieler gleichermaßen einschlagen.“ Dass man vor allem Akteure geholt habe, die nicht unbedingt als leicht bekannt sind, will Mazzagatti nicht gelten lassen. „Ich liebe es, mit schwierigen Charakteren zusammenzuarbeiten!“ Hinzu kamen die ständigen Wechsel der Trainingsplätze. „Die Vorbereitung haben wir weitestgehend auf der Anlage des ETV absolviert, während der Saison haben wir in Blankenese an der Simrockstraße trainiert – wobei wir da ja nicht die einzige Mannschaft auf der Anlage waren. So etwas geht vielleicht einen Monat gut, aber länger auch nicht.“ Okan Bektas, Hugo Fernando da Silva Goncalves und Patrick Fernandes Silva haben den Verein im Winter wieder verlassen. Einziger Zugang ist Dieter Forkert von Bergedorf 85. „Wir wollen den Kader verjüngen und Dieter ist auch einer für die Zukunft. Ich werde fortan peu a peu Spieler aus unserer A-Landesliga einbauen“, so Mazzagatti. Beim Eröffnungsspiel der „Kreuze reloaded“ durfte der 18-jährige Kemo Hagenah bereits 20 Minuten lang mitwirken. Und das soll nur der Anfang gewesen sein. „ Wir wollen einen guten Unterbau schaffen.“

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