Mein FussiFreunde

10.03.2016

Wriedt trifft Ex-Klub mitten ins Herz!

Lüneburger bauen Ungeschlagen-Serie weiter aus

Jubelte gegen seinen Ex-Klub: Okyere Wriedt (2. v. r.) brachte seinen LSK gegen die alte Liebe auf die Siegerstraße. Foto: KBS-Picture.de

Das Nachholspiel zwischen der U23 des FC St. Pauli und dem Lüneburger SK war eine extrem wichtige und richtungsweisende Partie, da sich beide Mannschaften im unteren Bereich der Tabelle aufhalten. Die Gäste aus Lüneburg standen auf dem 13. Tabellenplatz und hatten lediglich fünf Punkte Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz. Bei den Kiezkickern sah es nicht viel besser aus: Platz elf und sieben Punkte auf die bedrohte Zone gaben genauso wenig Sicherheit. 

Und diese fehlende Sicherheit spürten die 262 Zuschauer im Stadion Hoheluft von der ersten Sekunde an. Obwohl der LSK mit einer kleinen Ungeschlagen-Serie von vier Spielen anreiste, wollte es in den ersten Minuten nicht so wirklich vorwärts gehen. Zu viel Angst, einen Fehler zu machen, spielte sich auch in den Köpfen der Spieler ab. Doch diese Unsicherheit konnten die Hausherren nicht ausnutzen. Zwar waren sie es, die in der Anfangsphase mehr Spielanteile hatten, doch fehlte es an deutlichen Torchancen. Nach einer Viertelstunde waren es dann aber die Gäste, die in Führungen hätten gehen müssen! Tomek Pauer setzte sich stark im Mittelfeld durch, spielte den Ball auf die Außen, wo Pascal Eggert unermüdlich mit viel Tempo anrannte und die Flanke in Richtung Strafraum schlug. Dort wehrte St. Pauli-Keeper Brodersen den Ball in Richtung Wriedt ab, doch dieser schafft es nicht, dass Leder aus sechs Meter ins leere Tor zu befördern (16.). Zehn Minuten später gab es das nächste Raunen im Stadion zu vernehmen: St. Paulis Abwehrmann Rogowski spielte einen Rückpass auf seinen Schlussmann, dieser schlug jedoch ein Luftloch und konnte gerade noch vor der Linie den Ball unter Kontrolle bringen (25.). Weitere zehn Minute später eine erneut gute Möglichkeit der Lüneburger! Wriedt startete aus der eigenen Hälfte, legte einen Sololauf über 40 Meter hin, schaffte es sogar den Torwart zu umkurven, doch vergaß dabei den Abschluss zu suchen. 

Mit einer torlosen ersten Halbzeit gingen beide Mannschaften in die Kabinen – und da muss der Schalter umgelegt worden sein! Kurz nach Wiederanpfiff bot sich die nächste Gelegenheit für die Gastmannschaft: Der quirlige Eggert brachte die Flanke von der rechten Seite. Pauer stand an der Sechzehnergrenze, nahm den Ball an und schloss sofort mit Vollspann ab. Der Ball rauschte wenig später knapp links am Tor vorbei. Doch weitere sieben Minuten später, sollte sich die Ostermann-Elf belohnen! Tomek Pauer flankte den Ball kurz vor dem Toraus in den Rücken der Abwehr, wo Eggert diesen ungestört annehmen konnte. Brodersen kam zwar rausgerannt, konnte Eggert jedoch nicht mehr entscheidend stören. Dieser lupfte den Ball über den Schlussmann und die Kugel landete am Quergebälk! Von da aus sprang das Leder vier Meter zurück ins Feld, wo Liga-Topscorer Wriedt lauerte und mit einem Gewaltschuss seinen 17. Saisontreffer markierte! Bei dieser Situation half es auch nicht, dass drei Kiezkicker auf der Torlinie standen und versuchten, den Einschlag zu verhindern (55.). Der anschließende Jubel mit Befreiungsschrei zeigte alle Emotionen auf, die man nur verspüren kann. War Wriedt doch derjenige, der vor seiner Station beim LSK mehrere Jahre in Braun und Weiß gespielt hatte.
Und dieser Torerfolg gab den Gästen Aufwind. Nach weiteren sechs Minuten bauten die Salzstädter ihre Führung aus. Erneut war es Pauer, der den Treffer einleitete. Der starke Mittelfeldakteur steckte den Ball halbhoch auf Alexandros Tanidis durch, der das Leder hervorragend mit der Brust annahm und den Ball aus sieben Metern ins Netz beförderte! Mit diesem Doppelschlag gaben sich die Jungs vom Kiez spürbar auf, kamen nicht mehr entscheidend vor das Tor und auch mit normalen Spielzügen hatten die Gastgeber ihre Probleme. Das einzige, was die Hamburger bis zu diesem Zeitpunkt geschafft hatten: zwei Anhänger, die sich im Gästeblock eingeschlichen hatten und dort nicht nur die sankt paulianischen Fan-Lieder anstimmten, sondern auch die Ordner forderten.

Am Ende gewann der Lüneburger SK verdient mit 2:0. Aufgrund der zweiten Halbzeit, in der die Gäste einfach konsequenter spielten und den Sieg mehr wollten, geht dieses Ergebnis vollkommen in Ordnung. Somit baut der LSK seine kleine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage weiter aus und klettert vorzeitig auf den zehnten Tabellenrang. Für das Team vom Millerntor ändert sich in der Tabellensituation vorerst nichts. Jedoch muss das Team weiterhin zittern, denn mit drei Spielen mehr und lediglich sieben Punkten Vorsprung ist noch nichts in sicheren Tüchern.

Der komplette LIVE-Ticker zur Partie:

Autor: Daniel Meyer

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