Mein FussiFreunde

06.03.2016

„Müssen uns für den Sieg nicht schämen!“

Paloma setzt in letzter Minute den nötigen Lucky-Punch

Dank Dreyer - Der USC Paloma lebt und hat nach dem Last-Minute-Siegtor des USC-Urgesteins noch Hoffnung auf die Rettung. Foto: noveski.com

An der Brucknerstraße empfing der USC Paloma den SV Curslack-Neuengamme. Vor der Ansetzung stand das Heimteam mit zwölf Punkten Abstand auf das rettende Ufer auf dem vorletzten Tabellenplatz und es lag auf der Hand, dass die Elf von Trainer Olufemi Smith alles in die Waagschale werfen musste, um noch ein ein kleines Fünkchen Hoffnung in Sachen Klassenerhalt zu wahren. Die Gäste standen vor der Partie zwar im Mittelfeld der Tabelle, aber durchlaufen ihrerseits ebenfalls eine kleine oder auch größere Durststrecke. Hinzu kamen erhebliche Personalsorgen vor dem Duell bei den "Tauben"...

"Capitano" Mladen Tunjic brachte seine "Tauben" vom Punkt aus auf die Siegerstraße. Foto: noveski.com

Die erste Halbzeit gestaltete sich zunächst recht ausgeglichen, wobei die Hausherren das Spiel bestimmten und auch zu Torchancen kamen. Erst schoss Naim Osmani über die Latte (7.), dann scheiterte Torsten Hartung mit einem Kopfball über den Querbalken (14.). Aber auch die Gäste hätten durchaus in Führung gehen können. USC-Torwart Sebastian Voß ließ sich im Sechzehner ausspielen, sodass sein Kasten herrenlos blieb. Jan Landau bekam einen Pass von links, stoppte den Ball vier Meter vor dem Eckigen und versuchte etwas zu lässig, das Runde zu versenken. Der herangeeilte Dreyer verhinderte den Einschlag auf der Linie, die Gäste wollten hier die Hand im Spiel gesehen haben (20.). Kurze Zeit später klingelte es dann aber doch im Kasten der Henke-Schützlinge. Mladen Tunjic und Keeper Frederic Böse lieferten sich ein Laufduell um den Ball, was Stürmer Tunjic für sich entschied. Böse machte sich zwar lang, erreichte aber nur noch die Beine seines Gegners. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte den Strafstoß präzise und unhaltbar in den linken Winkel (27.)! „Aufgrund des Auftretens in der ersten Halbzeit haben wir uns das 1:0 zur Pause verdient, weil wir bis dahin eine sehr ordentlich Leistung gezeigt haben und aggressiver sowie aktiver waren“, befand Smith im Nachklapp.

„Disziplinlosigkeit“ sorgt für rote Karte im Kabinengang

Marvin Schalitz erwies seinem Team einen großen Bärendienst. Foto: noveski.com

Während sich die Teams in den Kabinen aufwärmten und neu einschworen, wurde SVCN-Kapitän Freddy Böse zum Schiedsrichter zitiert. Die von ihm zu übermittelnde Nachricht war für seine Mannschaft alles andere als erfreulich: Im Kabinengang soll Curslack-Verteidiger Marvin Schalitz den Unparteiischen beleidigt haben, woraufhin Thomas Bauer den Abwehrspieler vom Platz warf und ihm den roten Karton aufdrückte! Schalitz war gerade erst nach einer Sperre wieder spielberechtigt und machte mit dem erneuten Platzverweis seinen Trainer sauer: „Das ist eine Disziplinlosigkeit, die wir uns überhaupt nicht erlauben dürfen. Marvin ist zwar ein junger Spieler, aber trotzdem muss man sich unter Kontrolle haben. Wenn ich als Trainer etwas zum Schiedsrichter sage, ist es das eine, aber als Spieler geht das natürlich nicht“, echauffierte sich Henke darüber.

Nichtsdestotrotz kam seine Mannschaft mit Power aus der Kabine. Wo andere Teams schon die Köpfe in den Sand gesteckt hätten, da das Unterfangen auf etwas Zählbares mit einem Rückstand und einem Mann weniger im Rücken arg gefährdet wäre, präsentierten sich die "Deichkicker" nach Wiederanpfiff mit viel Elan. „Dass der Gegner nur noch zu zehnt war, hat uns wohl mehr geschadet, als das es uns gut getan hat“, konstatierte Smith. Denn auf einmal dominierten die Gäste das Spiel und kamen immer wieder zu guten Offensivaktionen. Die beste Möglichkeit hatte Aschenbrenner in der 59. Minute, als er den Ball mit seiner Schuhspitze haarscharf rechts neben das Tor setzte. Doch ein paar Minuten später war es dann soweit! Eine weite Flanke aus der eigenen Hälfte heraus kam kurz vor dem gegnerischen Sechzehner runter. Torwart Voß sprintete aus seinem Gehäuse und klärte den Ball mit seinem Kopf direkt vor die Füße von Jan Landau. Das streitbare Genie nahm den Ball dankbar an, lief in den Strafraum - wobei er von Voß noch zur rechten Torauslinie gedrängt wurde -, drehte sich und legte punktgenau auf den heran stürmenden Christian Degener ab, der keine Mühe mehr hatte, den Ball aus elf Metern links in die Maschen zu hauen (65.)! Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt absolut verdient - die Smith-Elf „bettelte fast darum, dass 1:1 zu kassieren“, wie der Übungsleiter nach dem Spiel selbst analysierte. Bei den Uhlenhorstern machte sich wieder jegliche Form der Verunsicherung bemerkbar, es ging kaum noch etwas zusammen. Unmittelbar nach dem Ausgleich drehten die Mannen vom Deich das Geschehen fast gänzlich auf den Kopf, doch Degeners Schuss ging knapp am langen Pfosten vorbei. Im weiteren Verlauf nutzen aber weder die Gäste noch die Hausherren ihre Offensivaktionen. Denn der USC rappelte sich nochmal auf und begann, etwa zehn Minuten vor Schluss, zurück in die Partie zu finden. Und so fiel er dann doch noch, der kaum mehr für möglich gehaltene Siegtreffer des Tabellenvorletzten. Mit Augenmaß bediente Naim Osmani den eingewechselten Milos Ljubisavljevic, der den gut postierten Jannik Dreyer in Szene setzte. Dieser spitzelte vor Böse zum umjubelten 2:1 ein!

„Müssen uns für den Sieg nicht schämen“

Erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich in Unterzahl: Curslacks Christian Degener. Foto: noveski.com

„So bitter kann Fußball sein“, ärgerte sich Henke über die unnötige Niederlage und fuhr fort: „Ich denke, dass wir gerade aufgrund der Leistung in der zweiten Halbzeit nicht verdient haben, hier als Verlierer vom Platz zu gehen.Wir haben in Unterzahl sehr ordentlich gespielt und sogar selbst noch die Riesenchance zur Führung.“ Der SVCN ist seit mittlerweile sechs Spielen ohne Sieg und befindet sich in einem gewaltigen Abwärtsstrudel. Hinzu kommen große personelle Probleme: Auf der Bank nahmen bis auf Ersatzkeeper Gianluca Babuschkin nur Akteure aus der Reserve-Mannschaft Platz. „Jetzt kommen harte Wochen auf uns zu. Wir befinden uns im Abstiegskampf, auch wenn der eine oder andere das nicht wahrhaben will. Das ist Fakt! Wir müssen schleunigst die Handbremse lösen, damit der Weg wieder in die richtige Richtung geht.“ Als Tabellenvorletzter befindet sich der USC noch tiefer im Schlamassel. Für Smith aber kein Grund zur Hoffnungslosigkeit. „Wir glauben noch daran, die Klasse zu halten. Wir haben heute gewonnen, werden auch weiterhin dran bleiben, hart arbeiten und Gas geben! Und dann hoffen wir, dieses Glücksgefühl noch einige Male zu haben.“ Zum glücklichen Erfolg fand der Paloma-Dompteur folgende Worte: „In der zweiten Halbzeit hat Curslack das zu zehnt super gemacht, wobei wir da zu passiv waren. Wenn man dann letztendlich in der 90. Minute zum Sieg trifft, müssen wir natürlich glücklich sein, aber alles in allem müssen wir uns für den Sieg nicht schämen.“

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Autor: Mathias Merk

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