Mein FussiFreunde

14.02.2016

Nach über 14 Monaten – „Behre“-Comeback und „Gänsehaut“-Göde!

Sasel trotz erheblicher Personalsorgen im Schongang

Nach über 14-monatiger Verletzungspause endlich wieder auf dem Platz: Willkommen zurück, Nico Behrends! Foto: noveski.com

Im Dezember 2014 absolvierte er sein bis dato letztes Spiel für den TSV Sasel – nun kehrte Nico Behrends nach elendig langer Verletzungspause endlich auf den Rasen zurück und feierte gleich ein Traumcomeback! „Eigentlich war geplant, ihn kurz nach der Pause vom Platz zu nehmen. Aber das Spiel hat es hergegeben, dass 'Behre' die vollen 90 Minuten gehen konnte“, freute sich auch Coach Danny Zankl über die Rückkehr seines Mittelfeldstrategen, der sich vor seiner langwierigen Verletzung in einer Überform befand. Doch nicht nur Zankl war froh, dass Behrends wieder auf dem Platz die Strippen ziehen kann, auch Stürmer Kevin Göde begrüßte die Rückkehr des 25-Jährigen. „Er meinte bereits vor dem Spiel, dass er nur Tore schießt, wenn Behre spielt“, verriet Zankl.

Neuzugang beim TSV Sasel: Diego Ballester Martinez kickte zuletzt bei Liga-Kontrahent TBS Pinneberg. Foto: noveski.com

Tatsächlich machte Kevin Göde im bisherigen Saisonverlauf weniger durch das Toreschießen von sich reden, sondern vielmehr durch das Auslassen einiger Großchancen. In zwölf Einsätzen gelang dem 26-Jährigen erst ein Tor! Doch das sollte sich am heutigen Nachmittag ändern. So viel sei vorweg genommen. Dass die „Parkwegler“ zum Rückrundenauftakt gegen die SV Halstenbek-Rellingen II jedoch ein solcher „Spaziergang“ erwarten würde, war im Vorfeld nicht zu erwarten. „Ich muss gestehen, dass ich sehr, sehr angespannt war“, so Zankl, der erklärend anfügte: „Für uns ist es das erste Pflichtspiel im neuen Jahr, das nach keiner einfachen Vorbereitung und gegen einen Gegner, der sehr euphorisch hierher kommt – da sie bereits im Rhythmus sind, zwei Spiele absolviert und beide gewonnen haben. Zudem haben sie nichts zu verlieren“ Ein weiterer nicht gerade unerheblicher Faktor: Der TSV musste auf seinen mit Abstand besten Torschützen Sven Körner (14 Treffer), auf Denker und Lenker Nico Zankl sowie auf Shootingstar Edin Tanovic, Lenny Kratzmann und Ardian Sejdiu verzichten! Für den 20-jährigen Kratzmann ist die Saison sogar gelaufen, wie uns Zankl berichtet. „Leider ist er so ein bisschen unser Holger Badstuber, da er ja auch schon fast die komplette Hinrunde aufgrund eines Kapselrisses verpasst hat. Nun ist es wieder dasselbe Knie. Denn vor zwei Wochen hat er sich im Training das Knie komplett zerschossen – unter anderem einen Knorpelschaden zugezogen. Er wird in den nächsten ein, zwei Wochen operiert werden.“ Von dieser Stelle die besten Genesungswünsche!

Ballester Martinez verpflichtet – Göde mit „Gänsehaut“

Nach unglaublich langer Durststrecke und einigen vergebenen Chancen hatte Kevin Göde endlich wieder Grund zum Jubeln. Foto: noveski.com

Da der Hammonia-Leader personell aus dem letzten Loch pfeift, wurde man kurzfristig noch einmal auf dem Spielermarkt tätig: Diego Ballester Martinez (TBS Pinneberg) gehört ab sofort dem Kader des TSV an und feierte auch schon gegen HR II sein Kurzdebüt. Die Vorzeichen waren also nicht gerade rosig. „Umso größer ist die Erleichterung bei mir nach dem Spiel“, erzählte Zankl, dessen Elf einen ebenfalls dezimierten Gegner regelrecht auseinander nahm! Zwar dauerte es eine gute halbe Stunde bis zum ersten Torerfolg – aber schon zuvor vergaben die Hausherren Chance um Chance. Und immer wieder war Rekonvaleszent Nico Behrends daran beteiligt: Zunächst vergab er nach Meyers Chip-Pass freistehend per Kopf, dann bediente er Yannis Büge, der sich Halstenbeks Schlussmann aus kurzer Distanz geschlagen geben musste, ehe es wieder Behrends nach Zinselmeyer-Flanke von links nicht mit der Innenseite, sondern mit dem Außenrist probierte und knapp drüber zielte. „Natürlich ist er noch nicht wieder bei 100 Prozent, aber wir konnten ihm heute wieder ein wenig Spielpraxis geben. Er hat ein super Spiel gemacht und wird in Zukunft, wenn er denn wieder richtig fit ist, eine ganz wichtige Stütze für uns werden“, lobte Zankl seinen Rückkehrer und sah, wie es kurz darauf endlich soweit war: Nach einem scheinbar geklärten Standard presste Sasel auf den zweiten Ball. Als dieser erobert wurde, brach man über links im Strafraum durch. Letztlich war es Innenverteidiger Yannik Reinke, der von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr passte, wo Göde mit der Innenseite ins lange Eck einschob (30.)! „Die Mannschaft hat sich natürlich extrem für ihn mit gefreut und 'Kev' sagte mir nach dem Spiel, dass er in dieser Situation Gänsehaut hatte.“ Der Bann war gebrochen – und Göde hatte seinen Fluch besiegt! Denn kurz vor der Pause legte der ehemalige Rahlstedter und Barmbeker nach, als man erneut über links durchbrach. Über Büge, der ins Zentrum zog und aus der zweiten Reihe einfach mal draufhielt, kam Göde wieder ins Spiel – da HR II-Keeper Sebastian Wiehe den Schuss nicht festhalten konnte, so dass der Stürmer den Nachschuss in die Maschen beförderte!

„Hatten Sasel wenig entgegenzusetzen!“

Bitter! Für Youngster Lenny Kratzmann ist die Saison gelaufen. Gute Besserung! Foto: noveski.com

Die einzige Tormöglichkeit der Gäste im gesamten Spiel vergab unmittelbar vor der Pausensirene Ole Sievertsen, dessen Kopfball nach einem Eckball nicht den Weg ins Saseler Tor fand, sondern auf der Linie geklärt wurde. Stattdessen fegte die Zankl-Elf im zweiten Durchgang über die Kaladic-Truppe hinweg! Zuerst nickte Tobias Steddin einen Adomat-Eckball zum 3:0 ein (56.), ehe André Lohfeldt nach Foulspiel an Göde vom Punkt aus auf 4:0 erhöhte (70.) und schließlich auch den Deckel auf eine komplett einseitige Partie drauf machte, als er von Michael Meyer in Szene gesetzt wurde und die Kugel gekonnt mit dem Außenrist ins lange Eck schlenzte (83.)! „Wir wollten die zweite Halbzeit erwachsen und souverän runter spielen – das ist uns gelungen, auch weil HR sehr viel Respekt vor uns hatte. Heute kann ich meiner Mannschaft nur ein Kompliment aussprechen!“, lobte Zankl seine Mannen. Dass der Sieg nicht noch deutlicher ausfiel, lag auch daran, dass Büge einmal am Querbalken scheiterte, Referee Johannes Mayer-Lindenberg (HTB) einen Reinke-Treffer aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannte, und der Assistent des Unparteiischen seinen „Chef“ bei einer Elfmeter-Situation überstimmte, als Lohfeldt von Wiehe über den Haufen gelaufen wurde. Mayer-Lindenberg deutete zunächst auf den Punkt, wurde aber von seinem Mann an der Seite überstimmt, der die Aktion außerhalb des Sechzehners sah. Auch die wohl fällige Rote Karte gegen den Torsteher wurde nicht gegeben. „Zum Glück war es nicht spielentscheidend, da sich die Szene deutlich im Strafraum abspielte. Zur Krönung haben sie den Freistoß auch noch direkt auf die Strafraumlinie verlegt.“ Und diese gehört ja bekanntlich zum Sechzehner.

„Das war mir zu eindeutig, wir hatten Sasel wenig entgegenzusetzen. Der Sieg ist auch in der Höhe völlig verdient. Am Ende waren wir sogar noch gut bedient“, nahm HR II-Coach Manuel Kaladic kein Blatt vor den Mund. „Am Anfang konnten wir uns noch ein bisschen zur Wehr setzen, aber der Druck wurde immer größer. Wir waren nicht nur einen, sondern immer fünf Schritte zu spät. Aber ich verliere lieber einmal 0:5 als 1:2, weil ich mich dann zu sehr darüber ärgere, dass etwas drin gewesen wäre. Sasel war heute einfach zu stark und meiner Meinung nach gibt es auch nicht viele Teams in dieser Liga, die da mithalten können!“

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