Mein FussiFreunde

07.02.2016

Nach umstrittenem Elfer – Bergedorf lässt sich vom SCP vermöbeln!

Poppenbüttel demütigt acht Elstern – Spuckattacke nach dem Spiel?

Bergedorfs Djuro Maskaljevic (r.) war einer von drei Spielern, die bei den Gästen des Feldes verwiesen wurden.

Das Ergebnis spricht eine eindeutige Sprache und eigentlich auch Bände. Mit sage und schreibe 8:0 fertigte Hansa-Spitzenreiter SC Poppenbüttel den FC Bergedorf 85 ab und verbreitete mit diesem Resultat in der Liga Angst und Schrecken! Wer soll die Ohrt-Schützlinge in dieser Form stoppen? „Wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit, dann werden wir sicherlich Probleme kriegen – aber dazu wird es hoffentlich nicht mehr kommen“, zeigte sich Olaf Ohrt nur bedingt zufrieden und führte kritisch aus: „Wir haben nicht das abgerufen, was wir in der Winter-Vorbereitung relativ konstant und gut gespielt haben. Wir waren nicht aggressiv genug, haben einige Dinge vermissen lassen – das war phasenweise wirklich schlecht.“

Poppenbüttels Gerrit Pressel (M.) glänzte mit einer bärenstarken Vorstellung. Foto: noveski.com

Fakt ist, dass Ohrts SCP auf dem Kunstrasenplatz des Lemsahler SV am Eichelhäherkamp wie die Feuerwehr loslegte und es in der Folge ein wenig schleifen ließ. Keine 240 Sekunden waren vorüber, da nickte Marcel Stadel einen Eckball des überragenden Gerrit Pressel unter die Latte – 1:0 (4.)! Doch dann folgte eben jene Phase, in der Bergedorf 85 immer mehr Zugriff aufs Spiel gewann und von Minute zu Minute mutiger wurde. Gekrönt wurde die starke „Elstern“-Phase allerdings nicht von einem Torerfolg, sondern von einem Pfostenschuss, den Anto Zivkovic nach Yazici-Zuspiel abfeuerte (23.). In dieser Phase forderte Ohrt von der Bank aus immer wieder: „Mehr, Jungs. Mehr!“ Dieser Aufforderung kamen seine Kicker nun auch wieder vermehrt nach. Pressels verdeckter Schuss wurde von Zdasjuk glänzend um den Pfosten gelenkt (36.). Es folgte der erste ganz große Aufreger des Spiels: Alu-Schütze Zivkovic handelte sich nach einem Foulspiel den gelben Karton ein, wurde vom Unparteiischen Michael Ehrenfort ermahnt, doch bitte still zu sein. Daran hielt sich der Kroate offenbar nicht, denn plötzlich zückte Ehrenfort die Ampelkarte (38.)! FCB-Coach Mato Mitrovic: „Der Schiedsrichter hat zu Anto gesagt: Jetzt ist Schluss. Daraufhin hat Daniel Schaible als Kapitän den Schiedsrichter darauf aufmerksam gemacht, dass Anto die deutsche Sprache noch nicht so gut versteht. Anto hat sich dann umgedreht und gesagt: Ist in Ordnung. Danke, Schiri. Dafür hat er Gelb-Rot bekommen. Der Schiedsrichter hat das gleich als Beleidigung aufgefasst. Aber so war das überhaupt nicht gemeint.“

Elfmeterpfiff erhitzt Gemüter – Bergedorf fällt in sich zusammen

Wie dem auch sei. Bergedorf agierte fortan in Unterzahl – und so viel sei vorweg genommen: Es sollte längst noch nicht der letzte Feldverweis gegen die Gäste gewesen sein. Den Freistoß in Folge des Foulspiels setzte Pressel an die Unterkante der Latte (39.). Ganz bitter für 85: Praktisch mit dem Pausenpfiff kassierte man den zweiten Gegentreffer, als Stürmer Collins Folarin von rechts aus vollem Lauf heraus präzise flankte und AFC-Neuzugang Magnus Hartwig herrlich per Flugkopfball ins rechte untere Toreck vollstreckte – 2:0 (44.)! Poppenbüttel konnte sich sogar den Luxus erlauben, einen Adrian Sousa von der Bank aus zu bringen. Zu Beginn des zweiten Abschnitts kam der ehemalige Barmbeker für Hartwig und sollte auch noch das ein oder andere Mal mit vergebenen Großchancen in Aktion treten. Doch zunächst einmal war es Bergedorf, das blitzartig aus der Kabine kam. Duro Maskaljevic rauschte nur um Zentimeter an einen Yazici-Querpass vorbei (46.). Im unmittelbaren Gegenzug ereignete sich die nächste Situation, in der die Mannen von den Sander Tannen sich klar benachteiligt sahen. Innenverteidiger Nikola Benkovic wollte das Jersey von Gegenspieler Folarin gar nicht mehr loslassen – als dieser schließlich zu Boden sank, entschied Ehrenfort auf Strafstoß. „Wir hätten auch gerne solche Geschenke angenommen. Jeder sieht doch, dass das Foul drei Meter vor dem Strafraum ist. Aber er hat sich auf seinen Assistenten verlassen, der die Szene gar nicht gesehen hat“, ärgerte sich Mitrovic. Tatsächlich fand das Gezerre wohl außerhalb des Sechzehners statt. Poppenbüttels Dennis Duve war das Gerede jedoch herzlich egal. Äußerst souverän schob er den Ball ins linke untere Toreck (47.)!

Auch Collins Folarin (l.) und Marcel Stadel (M.) durften sich in die lange Riege der Torschützen eintragen. Foto: noveski.com

Das 3:0 war nicht nur gleichbedeutend mit der Vorentscheidung, sondern fortan entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor – in dem Poppenbüttel bei konsequenterer Chancenauswertung sogar ohne Probleme einen zweistelligen Sieg hätte landen können. Pressels scharfe Hereingabe drückte Duve ein – 4:0 (57.)! Erneut war es der ehemalige Norderstedter, der diesmal Stefan Winkel in Szene setzte, dessen Querpass schob Folarin locker-leicht zum 5:0 über die Linie (68.)! Gerrit Pressel war nun nicht mehr zu kontrollieren – mal abgesehen davon, dass es Bergedorf ohnehin zu keiner Zeit gelang. Sein staubtrockener Linksschuss aus 18 Metern halbrechter Position schlug im kurzen Eck ein (78.), ehe der 25-Jährige mit seinem Freistoß auf den eingewechselten Bill Hittig das nächste Tor einleitete. Zwar bugsierte der Außenverteidiger die Kugel noch an den Pfosten, aber den Abpraller schoss Maik Fischer ein (81.)! Für den Schlussakkord sorgte Hittig, der einen Fischer-Eckball einköpfte (84.)! Das Ende des Spiels erlebten die Gäste nur noch zu acht: Alexander Ballach handelte sich genauso den Gelb-Roten Karton ein (81.) wie auch Maskaljevic (90.)! Ein unrühmliches Ende für die in der Hinrunde nicht gerade für ihre eiserne Disziplin bekannten Bergedorfer.

Spuckattacke gegen den Schiedsrichter?

„Wir waren schlecht und haben verloren. Poppenbüttel war gut und hat gewonnen“, wollte sich Mitrovic zunächst nicht in die Karten gucken lassen. Doch dann befand er: „Hier hat Freiburg gegen Bayern gespielt und Bayern hat Freiburg besiegt. Ich glaube, jeder hat gesehen, wer in den ersten 35 Minuten auf dem Platz dominiert hat. Und dann frage ich mich: Wer geht hier mit 0:8 nach Hause?“ Der FCB führte sich auch in den entscheidenden Situationen vom Unparteiischen-Gespann benachteiligt. „Ich kann und will das nicht kommentieren. Wir können über die Gelb-Roten Karten diskutieren, wir können über den Elfmeter diskutieren – aber ändern werden wir daran nichts mehr können. Vergessen wir das Spiel, wir müssen damit leben“, so Mitrovic. „Wir haben gegen Poppenbüttel gespielt und nicht gegen den Tabellenletzten. Wenn du gegen eine so erfahrene Mannschaft mit zehn, dann mit neun und am Ende mit acht Mann auf dem Platz stehst, wird es schwer. Erst bekommst du den Platzverweis, dann diesen unberechtigten Elfmeter. Natürlich lassen sich die Jungs im Kopf dann auch gehen, aber ich kann ihnen keinen Vorwurf machen.“ Sein Gegenüber bilanzierte abschließend: „Mit der ersten Halbzeit kann ich überhaupt nicht zufrieden sein, da haben wir den Gegner aufgebaut. Nach der Pause wurde es natürlich relativ einseitig, da hat Bergedorf uns das Leben auch sehr leicht gemacht und uns spielen lassen. Wenn man das tut, wird es schwierig. Viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.“ Anzumerken gibt es aber noch, dass Schiri Ehrenfort nach dem Spiel beim Bergedorfer Coach reklamierte, von einem Spieler bespuckt worden zu sein. Als Mitrovic den mutmaßlichen „Täter“ ausfindig machen wollte, fiel dem Referee plötzlich auf, dass es sich wohl doch nicht um den von ihm beschuldigten Spieler Maskaljevic gehandelt habe. Stattdessen soll es ein Akteur mit den Initialen „DH“ gewesen sein. Doch einen solchen Spieler besitzt Bergedorf 85 gar nicht in den eigenen Reihen – genauso wenig wie Trainingsanzüge mit der Aufschrift...

Der LIVE-Ticker zum Spiel mit allen Höhepunkten zum Nachlesen:

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