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05.03.2016

Nadler setzt Punch – Norderstedt baut Serie gegen „Rothosen“ aus!

HSV II rutscht weiter in Richtung Abstiegsplätze

Norderstedts "Man of the Match", Björn Nadler (M.), nimmt es gleich mit zwei Mann auf. Auch Dren Feka (l.) und Dominik Jordan konnten den goldenen Torschützen nicht stoppen. Foto: KBS-Picture.de

Das altbekannte „Hamburger Schiedwetter“ begrüßte die 350 Zuschauer im Wolfgang-Meyer-Stadion zum Derby zwischen der U23 des Hamburger SV und Eintracht Norderstedt. Die Gastgeber standen vor der Partie auf dem 15. Tabellenplatz, hatten aber durch eine kleine Serie von vier Spielen ohne Niederlage einiges an Selbstvertrauen getankt und empfingen den FCE, der zwar auf dem siebten Platz der Regionalliga Nord weilte, jedoch lediglich einen mickrigen Punkt aus den letzten vier Spielen einfahren konnte.

Durch die anhaltenden Regengüsse war der Boden bereits vor der Partie ziemlich tief und aufgeweicht, was kein besonders hochklassiges Spiel erwarten ließ. Diese Vermutung bestätigte sich wenige Minuten später. Die Gäste attackierten die „Rothosen“ bereits früh in der eigenen Hälfte und verhinderten so, dass das Team von Soner Uysal gefährlich vor das EN-Tor kam. Lediglich in der 20. Minute tauchten die Gastgeber vor Johannes Höcker auf. Der Ball wurde vor dem Sechszehner schön auf Ahmet Arslan durchgesteckt und dieser versuchte das Leder im Winkel unterzubringen – zielte jedoch einen Meter zu hoch. 

Im Abschluss glücklos, aber im Kampf gegen den Ball vorbildlich: Norderstedt-Torjäger Jan Lüneburg (r.) gegen Ahmet Arslan. Foto: KBS-Picture.de

Doch auch die Norderstedter waren nicht konsequent genug im Torabschluss und gingen teilweise fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. „Wir hatten eine Menge Torchancen und haben zu viele liegengelassen“, bemängelte Trainer Thomas Seeliger die Chancenverwertung nach der Partie und meinte damit folgende: Zum einen drosch Steven Lindener den Nachschuss eines Koch-Freistoßes aus 16 Metern knapp über den Querbalken (4.). Zum anderen war es erneut ein ruhender Ball von Philipp Koch, der die Gäste fast in Führung gebracht hätte, jedoch links am Tor vorbei ging (24.). Zwei Minuten später trugen die Garstedter einen schönen Spielzug über die linke Seite vor, wo Lindener flanken konnte, in der Mitte Jan Lüneburg fand und dieser ungestört den Ball per Kopf neben das Tor setzte. Letzterer war es auch, der die mitgereisten Norderstedter Fans in der zweiten Halbzeit zum Verzweifeln brachte. Drei weitere Großchancen – ein Schuss aus zehn Metern (53.), ein Kopfball aus drei Metern (63.) sowie eine Eins-gegen-Eins-Situation gegen HSV-Torwart Hirzel (90.) – ließ der Stürmer ungenutzt. „Jan hat heute total gebrannt, er wollte unbedingt spielen und wir mussten ihn die letzte Woche ziemlich bremsen. Wir können froh sein, dass wir solch einen Spieler in unseren Reihen haben“, lobte Seeliger seinen Schützling, der nach seiner vier Spiele andauernden Rotsperre viel rackerte, aber sichtlich nicht seinen besten Tag erwischt hatte. 

Trifft der Eine nicht, muss halt ein Anderer ran. Auf Björn Nadler war heute aus Norderstedter Sicht Verlass. Der 30-Jährige, der nach einer langen Leidenszeit zurück ins Team fand, schoss sein Team in der 71. Spielminute zum umjubelten Siegtreffer – und das nach Kopfballablage des im Abschluss unglücklichen Lüneburg. Mit einem flachen Schuss aus 18 Metern ins lange Eck überwand er den Hirzel und ließ damit nicht nur die Fans strahlen! „Wir merken von Woche zu Woche, dass Björn besser drauf ist. Wir haben ihn nun behutsam aufgebaut und es freut mich enorm für ihn, dass er so ein Comeback gezeigt hat“, so Seeliger.

Nicht sonderlich "amused" von der Vorstellung ihrer "Rothöschen": Bernhard Peters (l., Direktor Sport) und Peter Knäbel (Direktor Profifußball). Foto: KBS-Picture.de

Am Ende gewann die Eintracht das umkämpfte Derby verdientermaßen. Einer offenen, ausgeglichenen ersten Halbzeit, folgte ein Anrennen der Gäste in Hälfte zwei. „Wir haben nach der Pause komplett die Ordnung verloren und nicht mehr so konzentriert gespielt. Man hat gemerkt, dass uns ein wenig die Erfahrung und Reife fehlte“, musste Soner Uysal nach dem Spiel anerkennen und fügte hinzu: „Das Ergebnis geht in Ordnung. Meine Jungs müssen aus solchen Spielen lernen.“ 

Auch Thomas Seeliger sah einen hochverdienten Sieg und ist mächtig stolz auf seine Mannschaft: „Ich muss einmal betonen, welche Kräfteverhältnisse hier jedes Mal aufeinandertreffen. Wir haben ein Amateurteam und fünf der letzten sechs Spiele gegen den HSV gewonnen. Ich ziehe meinen Hut vor den Jungs. Sie haben genau die richtige Reaktion gezeigt, nach dem letzten Spiel gegen Hildesheim.“

Nach der heutigen Niederlage sieht es für die „Rothosen“ alles andere als optimal aus. Die Uysal-Elf befindet sich weiterhin auf dem 15. Tabellenplatz und muss hoffen, dass Hildesheim am Sonntag nicht punktgleich zieht, bevor es in der nächsten Woche zum direkten Duell zwischen beiden Teams kommt. Norderstedt konnte hingegen durch den Sieg einen Platz gutmachen und steht derzeit auf dem sechsten Rang der Regionalliga Nord. Am kommenden Wochenende empfängt EN dann den SV Meppen. 

Autor: Daniel Meyer

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