Mein FussiFreunde

12.03.2017

Später Teutonia-Sieg: Erst mach Ernst Ernst, dann Pietsch und Meyer

Hammonia-Primus muss gegen BW 96 lange Zeit auf Erlösung warten

Er brach den Bann: Pascal Pietsch traf nach 70 Minuten zum 1:0 für Teutonia. Foto: noveski.com

Bert Ehm wusste es schon vorher. Das Spiel gegen BW 96 Schenefeld würde nicht leicht für den FC Teutonia 05, orakelte der Manager der Hausherren. Und er sollte Recht behalten: Die Gäste hielten an der Kreuzkirche lange mit und leisteten Einiges an Gegenwehr, ehe der 2:0-Sieg des Landesliga Hammonia-Tabellenführers gegen den Abstiegskandidaten feststand. „Wir wussten, dass wir Geduld haben mussten“, befand „T05“-Trainer Liborio Mazzagatti nach dem Erfolg seiner Farben, während sein Gegenüber Selcuk Turan bekannte: „Über 90 Minuten gesehen geht die Niederlage in Ordnung, aber hier war ein Bonus für uns drin!“

Diddo Ramm genoss gleich eine zweifache Freude. Nicht nur, dass seine Farben soeben das Spiel gegen BW 96 gewonnen hatten: Nein, der Präsident von Teutonia 05 hielt wenige Augenblicke nach dem Abpfiff sein Smartphone vor die Nase von Coach Liborio Mazzagatti. „90 Sekunden nach dem Spiel ist schon alles online“, jubilierte Ramm und deutete auf das Display, dass den soeben hochgeladenen ersten kurzen Bericht zum Spiel auf der Homepage der Teutonen zeigte. Dass Ramm über einen Erfolg des Hammonia-Primus berichten durfte, war lange Zeit nicht so deutlich abzusehen, wie man es vielleicht hätte angesichts der tabellarischen Ausgangslage vermuten können. Zumindest aber ging dem ein hartes Stück Arbeit der Kicker auf dem Kunstrasen an der Kreuzkirche voraus.

Mazzagatti: „Abgesehen von den ersten Minuten haben wir das Spiel dominiert“

Flugkünstler: BW 96-Keeper Benjamin Ernst bot vor allem in der ersten Halbzeit eine hervorragende Leistung. Foto: noveski.com

Denn: 70 Minuten lang wollte der Ball einfach nicht über die Linie des Schenefelder Gehäuses. Erst dem zur Pause eingewechselten Pascal Pietsch war es 20 Minuten vor Schluss vorbehalten, nach einem hohen Ball, der sich von links in den Strafraum der Gäste senkte, per Kopf zum 1:0 zu treffen. Vier Minuten vor dem Ende der Begegnung war es dann Michael Meyer, der mit seinem Treffer zum 2:0 endgültig alle Zweifel am Sieg des Titel- und Aufstiegskandidaten beseitigte. „Wir wussten, dass es schwierig wird. Gegen BW 96 haben wir uns immer schwer getan. Schon im Hinspiel sind sie sehr kampfbetont aufgetreten und haben uns den Schneid abgekauft“, erklärte Teutonia-Trainer Mazzagatti nach der Partie, „wir waren also sehr gut darauf eingestellt, dass wir viele Zweikämpfe führen und Geduld haben mussten. Abgesehen von den ersten beiden Minuten, in denen wir geschlafen haben, haben wir das Spiel allerdings dominiert.“

Eine Einschätzung, mit der Mazzagatti den berühmten Nagel auf den Kopf traf. Doch die Gsstgeber hatten das Pech, dass Benjamin Ernst richtig Ernst machte. Der Keeper der Blau-Weißen lief vor dem Seitenwechsel zu absoluter Höchstform auf. „Wir können uns bei Benny bedanken und uns glücklich schätzen, dass wir nicht schon in der ersten Halbzeit in Rückstand geraten sind“, lobte Schenefelds Zepterschwinger Selcuk Turan seinen Torhüter. Der hatte gleich vier Momente, in denen er sein Können unter Beweis stellte: Erst lenkte er nach 19 Minuten Aytac Ermans Schuss am Pfosten vorbei, dann entschärfte er einen Volleyschuss von Jaques Rodrigues de Oliveira nach einer Ecke sehenswert (27.), schließlich lenkte er einen weiteren Rodrigues-Schuss an die Latte (34.) und tat dann genau das auch mit Ermans Versuch aus der 40. Minute. Auch in drei anderen Situationen war Teutonia gefährlich: Jeton Arifi zielte nach sechs Minuten ebenso drüber wie Stefan Winkel nur Sekunden später, zudem rutschte Erman an einer Hereingabe von Winkel vorbei (14.)

Turan: „Schade, uns hat ein wenig der Mumm gefehlt“

Schenefelds Moussa Mané (li., hier gegen Jaques Rodrigues de Oliveira) ackerte viel, blieb aber erfolglos. Foto: noveski.com

„Das waren schon sechs, sieben Hochkaräter“, konstatierte Mazzagatti, dessen Elf nach 16 Minuten ein Mal in Bedrängnis geriet. Schlussmann Semir Svraka verlor im eigenen Sechzehner die Kugel gegen Schenefelds Stürmer Moussa Mané, der sich zwar abdrängen ließ, dann aber in den Rückraum flankte Dort sprang – so zumindest die Sichtweise der Gäste – der Ball an die Hand eines Teutonia-Spielers. Schiedsrichter Jouri Savitchev ließ jedoch weiterlaufen, statt auf Elfmeter zu entscheiden, die wütenden Proteste der BW96-Bank inklusive. „Wir wussten, dass wir nur die Ruhe bewahren mussten und unsere Chance irgendwann kommen wird“, erklärte Mazzagatti mit Blick auf den für den Spitzenreiter dürftigen 0:0-Pausenstand. „Wenn wir den einen oder anderen Angriff etwas cleverer zu Ende gespielt hätten, dann hätten wir vielleicht sogar in Führung gehen können“, beurteilte derweil Selcuk Turan die ersten 45 Minuten.

Im zweiten Durchgang fehlte es dem Teutonen-Express dann lange etwas an Fahrt. „Die zweite Hälfte war von beiden Seiten nicht so gut wie die erste“, fand auch Turan, der letztlich mit leeren Händen dastand, weil „T05“ durch Pietsch und Meyer hinten raus ebenso Ernst machte, wie zuvor Blau-Weiß' gleichnamiger Schlussmann. „Schade, uns hat ein wenig der Mumm gefehlt. Hier was zu holen, wäre ein Bonus-Spiel gewesen. Und dieser Bonus war für uns tatsächlich lange Zeit drin“, urteilte Turan nach einer vergebenen Großchance des freistehenden Timm Thau (90.+1), während Mazzagatti zwar von einem „insgesamt verdienten Sieg für uns“ sprach, aber nicht mit netten Worten für den Widersacher geizte: „Auch wenn sie am Ende verloren haben: Das war ein sehr gutes Spiel von Blau-Weiß 96. Die stehen zu unrecht da unten drin. Sie haben einen tollen Trainer und eine tolle Mannschaft. Ich würde mich freuen, wenn sie drin bleiben und nicht absteigen.“

Jan Knötzsch 

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