Mein FussiFreunde

22.02.2017

Trotz 3:4 nach 2:0-Führung: Zankl alles andere als zornig

Hansa-Primus Sasel unterliegt Hammonia-„Leader“ Teutonia 05

TSV-Coach Danny Zankl gibt dem bereitstehenden Dario Warlich (vedeckt) vor dessen Einwechselung letzte Instruktionen. Foto: Knötzsch

Wenn der Tabellenerste der Landesliga Hansa auf den Spitzenreiter der Landesliga Hammonia trifft, dann darf der Zuschauer fußballerisch schon Einiges erwarten. Und so war es dann auch: Sowohl der TSV Sasel als auch der FC Teutonia 05 boten gestern Abend im Testspiel am Parkweg eine ansprechende Leistung. Allerdings: Jeweils nur für 45 Minuten, wenn man auf die Tore guckt. Vorm Seitenwechsel legte Sasel ein 2:0 vor, nach Wiederbeginn kam Teutonia dann mehr in Fahrt und drehte das Spiel. 

Die kleine Stichelei konnte sich Michael Meyer nicht verkneifen. Der Mittelfeldspieler von Teutonia 05 sah nach dem Abpfiff des Testspiels am Parkweg beim Verlassen des Platzes Nico Zankl. „Gib's zu: Als ihr 2:0 geführt habt, hast du schon gefeiert...“, flachste der 28-Jährige in Richtung des TSV-Akteurs, mit dem er abseits des Fußball-Platzes für die Futsaler der Hamburg Panthers in einem Team spielt. Zankl grinste kurz. Angesichts dessen, dass es sich beim Kick der beiden Tabellenführer der jeweiligen Landesliga-Staffeln „nur“ um ein Testspiel handelte, konnte er Meyers Spott in diesem Augenblick verkraften.

Teutonia-Trainer Mazzagatti bemängelt fehlenden Druck vor der Pause

Einsatzbereit: Teutonia-Trainer Libirio Mazzagatti (li.) schickt Volkan Aktan (MItte) auf den Platz. Foto: knötzsch

Auch Danny Zankl war am Ende alles andere als zornig – und das, obwohl seine Mannschaft vor den wenigen Zuschauern am Parkweg in den vorangegangenen 90 Minuten doch nach einer 2:0-Führung das Spiel noch mit 3:4 verloren geben musste. „Teutonia hat in der zweiten Halbzeit hinten von einer Dreier- auf eine Viererkette umgestellt. Wenn der Gegner umstellt, dann ist das immer ein gutes Zeichen. Dann haben wir Teutonia im Sack gehabt und das Spiel kontrolliert“, erklärte Sasels Coach, „ich hab' auch meinen Jungs gerade in der Kabine gesagt: Wenn Teutonia mit den Spielern, die sie auf dem Platz haben, gegen unsere 18- oder 19-Jährigen das System umstellt, dann ist das ein Lob an unser Spiel. Das machen sie nicht, weil sie gut waren, sondern weil wir besser waren.“

In der ersten Halbzeit war das fraglos so. „Viel zu wenig Druck“, so Teutonen-Trainer Liborio Mazzagatti, habe seine Mannschaft bis zur Pause auf den Gegner ausgeübt. Die Konsequenz: Nachdem Lukas Wenzel einen Ball per Kopf auf Benedikt Neumann-Schirmbeck verlängerte, verwandelte dieser frei vor Keeper Maximilian Rohrbach ins rechte untere Eck zum 1:0 (21.). Nur acht Minuten später folgte ein schneller Angriff, an dessen Ende Jean-Lucas Gerken auf Tolga Celikten passte, der wiederum in die Mitte ablegte, wo Wenzel zum 2:0 vollendete. Teutonia kam durch einen von Stefan Winkel verwandelten Handelfmeter auf 1:2 heran (36.). Davor lagen diverse weitere Saseler Einschussmöglichkeiten: Gerken (13.), Neumann-Schirmbeck (22.) und Lenny Kratzmann (30.) vergaben jedoch. „In einigen Situationen waren wir zu lässig. Wenn wir die Angriffe konsequenter bis zum Ende durchspielen, machen wir mehr Tore“, konstatierte Danny Zankl.

Zankl: „Die Gegentore fallen durch lange Bälle hinter die Kette – das ist dumm und unkonzentriert“

Genau diese Zielstrebigkeit legte nach dem Seitenwechsel dann der Gast an den Tag. Nach 48 Minuten glich Winkel zum 2:2 aus, dann spielte Jeton Arifi einen langen Ball nach vorne auf den eingewechselten Vincent Boock, der nur in Testspielen für sein neues Team auflaufen darf – 2:3 aus Sicht des TSV (60.). Teutonia setzte sogar noch einen drauf. Nach 75 Minuten verwertete Winkel Meyers Diagonalball zum 4:3. Der Ärger von „T05“-Coach Mazzagatti, der in der ersten Hälfte noch wutentbrannt vor die Bande getreten hatte, war verfolgen. Dafür hatte nun Danny Zankl etwas zu kritisieren: „Wir bekommen die Gegentore durch lange Bälle hinter die Kette. Das ist dumm und unkonzentriert“, kommentierte der TSV-Übungsleiter, der noch das 3:4 durch den eingewechselten Kevin Göde sah (80.) und den Auftritt seiner Mannschaft abschließend als „insgesamt okay“ einstufte: „Wir hätten uns in der zweiten Halbzeit auch zurückziehen können, aber wir wollten das anders spielen.“

Jan Knötzsch

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