Mein FussiFreunde

04.03.2017

Zwei Mal drei macht eins: Ohe und „85“ teilen sich die Punkte

Beim 3:3 am Amselstieg gibt’s beim Gast eine überraschende Personalie

Bergedorfs Keeper Alen Brandic (li.) hat in dieser Szene Probleme, den Ball unter Kontrolle zu bringen. Foto: Zerbian

Geführt und trotzdem nicht gewonnen: Die Pflichtspiel-Premiere von Tayfun Özusakiz als Coach des FC Bergedorf 85 blieb ohne Happyend. Beim FC Voran Ohe reichte es am Ende nur zu einem 3:3-Remis. Und das, obwohl die Hausherren sogar einen Elfmeter verschossen. Dennoch zogen die Gäste am Ende eine durchaus zufriedene Bilanz nach dem ersten Auftritt der in der Winterpause ordentlich durcheinander gewirbelten Mannschaft, in der sogar ein 41-Jähriger alter Bekannter für den Club von den Sander Tannen auflief... 

Eine geraume Zeit war er, zumindest was die Ligamannschaft des FC Bergedorf 85 angeht, abgetaucht. Auf Anfrage der FussiFreunde hatte Hakan Karadiken im Januar noch erklärt, dass er sich an den Sander Tannen auf die Arbeit im Jugendbereich konzentrieren wolle. Am heutigen Abend nun tauchte er wieder in der Landesliga Hansa auf. Nicht als Trainer, nein. Das ist bei den „Elstern“ immer noch der in der Winterpause als Nachfolger von Matthias Räck installierte Tayfun Özusakiz, der am Abend beim 3:3 im Auswärtsspiel gegen den FC Voran Ohe seine Pflichtspiel-Premiere auf der Bergedorfer Bank feierte.

Bergedorf kann aus 3:1-Führung kein Profit schlagen

Da kommt er: Hakan Karadiken (re.) sieht den Oher Marco Pflug auf ihn zueilen. Foto: Zerbian

Karadiken stand derweil auf dem Platz. Eine Halbzeit lang spielte er mit der Nummer vier auf dem Rücken seines (bordeaux)rot-blauen Trikots für die Gäste. Mit stolzen 41 Jahren. Chapeau! Da ist der Lack also noch lange nicht ab. Gleiches gilt auch für die gesamte Mannschaft der „Elstern“. Die nämlich zeigte trotz aller personellen Neuerungen, die sie in der Winterpause erfuhr, eine wahrlich ansprechende Leistung. Und beinahe hätte Hakan Karadiken bei seiner Saisonpremiere als „85“-Spieler mit seinen Teamkollegen sogar einen Sieg feiern können. Denn: Den Gästen gelang der immer wieder gern zitierte Auftakt nach Maß. Nach drei Minuten brachte Duro Arlovic Bergedorf nach einer Vorlage von Antonio Kobas mit 1:0 in Führung.

Die Hausherren brauchten jedoch nur zehn Minuten, um sich von diesem frühen Schock zu erholen. Ausgerechnet die eigentlich als Unglückszahl verschriene „13“ brachte Ohe Glück: Marco Pflug bediente Marcel Anton und der glich nach 13 Minuten aus. Doch davon ließen sich die Mannen von Tayfun Özusakiz rein gar nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil: Antonio Kobas sorgte in der 18. Minute mit seinem Treffer für die neuerliche Führung der Gäste, die Alexander Ballach nach 24 Minuten mit dem 3:1 noch ausbaute. Das aber sollte es im ersten Durchgang noch nicht gewesen sein. Das muntere Toreschießen ging weiter, diesmal war aber wieder die andere Seite dran: Kevin Dülsen erzielte sieben Minuten vor dem Pausentee das 2:3 aus Sicht der Mannschaft von Coach Rainer Seibert. Und wie: Dülsens „Hammer“ schlug aus 25 Metern hinter Bergedorfs Keeper Alen Brandic ein.

Zwei Oher Gesichter vom Elfmeterpunkt: Dülsen vergibt, Johnsen trifft

Vorsprung verspielt: Die Mannschaft des neuen Bergedorfer Trainers Tayfun Özusakiz gab einen 3:1-Vorsprung aus der Hand. Foto: Zerbian

Apropos Dülsen: Der Oher Mittelfeldspieler hätte sich und seinen Teamkollegen noch vor dem Seitenwechsel das 3:3 bescheren können. Die Uhr zeigte im ersten Durchgang noch fünf Minuten Restspielzeit an, als Schiedsrichter Mike Franke (SC Schwarzenbek) auf den Elfmeterpunkt zeigte. Was war passiert? Ohes Sebastian Kaufmann war im Strafraum zu Fall gekommen. Gefoult von keinem Geringeren als Hakan Karadiken. Dülsen lief an, doch er scheiterte an Brandic. Aber: Nach dem Seitenwechsel sollten die Gastgeber vom Punkt aus mehr Erfolg haben. Denn Schiri Franke war nach einem Handspiel von Kobas in der 82. Minute erneut gezwungen, auf Strafstoß zu entscheiden. Diesmal trat nicht Dülsen, sondern Max Johnsen an – und der verwandelte sicher zum 3:3-Ausgleich, der auch den Endstand bedeuten sollte.

Auf Seiten der Gäste holte sich Kobas vier Minuten vor dem Ende noch die Gelb-Rote Karte ab. Dennoch zogen die „Elstern“ ein positives Fazit. „Wir haben ein Lebenszeichen gegeben. Trotz vieler Veränderungen in den vergangenen Wochen hat unsere Mannschaft Moral bewiesen und einen Punkt entführt“, heißt es auf der Facebook-Seite der Bergedorfer, wo das 3:3 als gerechtes Ergebnis bewertet wird, obwohl „wir lange Zeit in Führung gelegen haben. Aber egal, diese Mannschaft macht Spaß und wir freuen uns auf die nächsten Spiele.“ Ob auch Hakan Karadiken dann wieder auf dem Platz stehen wird? Abwarten...

Jan Knötzsch


Ein Dankeschön für die Bilder zum Spiel geht an Wilfried Zerbian!

Kommentieren

Vermarktung: